Kolpingjugend Diözesanverband Limburg

Impuls

Meldung vom 21.02.16

Den Beleidigern verzeihen

Du blöde Kuh! Du Trottel! Du Missgeburt!...

Diese Sätze höre ich sehr oft, sie gehören zu meinem Arbeitsalltag in der Kinder-und Jugendhilfe dazu. Meist sind es zwei oder mehrere Kinder die sich streiten, oft wegen einer Nichtigkeit. Nachdem diese verletzenden Worte ausgesprochen wurden, herrscht „wortleerer“ Raum: die Streitenden sind sauer, wütend, sehen sich im Recht, geben die Schuld jeweils dem anderen, sind bockig, ziehen sich zurück.

 

Und meist regt sich dann eine kleine Stimme im Hintergrund, die sagt: das war nicht in Ordnung, das muss ich wieder gerade rücken. Aber wie? Es braucht Mut sich einen Fehler einzugestehen, Mut dies laut auszusprechen, Mut auf den Gegenüber zuzugehen, Mut „Es tut mit Leid“ zu sagen.

 

Aber es braucht noch ein kleines bisschen MEHR eine Entschuldigung anzunehmen, zu sagen „Schwamm drüber!“. Das Verletzt werden, sei es durch Worte oder Taten, ist wie eine Schlucht, die sich tief in die Seele eingräbt. Schaut man nach unten, sieht es finster aus, der Boden liegt in unerreichbarer Tiefe im Dunkeln. Es scheint keinen fortführenden Weg zu geben, es scheint ein unüberwindbares Hindernis zu sein.

Eine Entschuldigung anzunehmen bedeutet eine Brücke zu bauen, einen Weg zu finden das Hindernis zu überwinden. Kann ich meinem Streitpartner verzeihen, nehme ich seine Hilfe an und baue gemeinsam mit ihm eine Brücke – von beiden Seiten. So können wir GEMEINSAM  die Schlucht verlassen und im Sonnenlicht wieder Schönes MITEINANDER erleben!

Annika Busch, Projektgruppe Geistreich der Kolpingjugend DV Limburg

Foto: MaidenVoyage "Der letzte Sprung", CC-Lizenz (BY 2.0) http://creativecommons.org/licenses/by/2.00/de/deed.de Quelle: www.jugendfotos.de


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